Sonntag, 30. Juli 2017

room 123

es ist ein großer, geräumiger raum, den sie betreten.
das zimmer, in dem sie sich lieben werden, ist in sanfte farben getaucht.
sie sind sich noch fremd und doch schon wieder vertraut.
und ungeduldig, dass das liebesspiel endlich beginnt.
es gibt nur sie und ihn und dieses zimmer.
und die lust auf einander, die immer da war.

jetzt im nachhinein sieht sie alles ganz deutlich.
das bett und den stuhl,
den sessel, den tisch.
und sie wünscht sich,
sie könnte ihn dort noch einmal finden,
auf sie wartend,
sich nach ihr verzehrend...

doch dann weiß sie:
diese nacht und die liebe
sind endgültig vorbei.

vorbei.

und alles, was sie noch tun kann,
ist, dieses zimmer vergessen
oder so weit zu kommen,
dass die erinnerung daran nicht mehr so schmerzt wie jetzt...

I will miss you

zurück in der wohnung ist alles ganz anders.
ich beginne fast augenblicklich und endlich zu weinen -
habe ich das nicht schon erzählt?

dann gebe ich mir einen ruck
und blockiere
alles, was es zwischen dir und mir noch zu sagen gäbe
und wie es abgemacht ist.

dann finde ich weinend dein buch in der tasche.
montauk von frisch.
das buch, das du mir mitgebracht hast.

eine rührende geste.
auch bei unserem ersten treffen vor vielen jahren gab's von dir für mich ein buch.
damals "nachtzug nach lissabon",
diesmal "montauk"
und ich muss mich dazu zwingen, die inhaltliche symbolik deiner auswahl albern zu finden.

ich lasse die seiten durch meine finger gleiten,
lande auf der vorletzten seite
und sehe diesen satz, der für mich gemacht scheint und zur art unseres abschiedes passt.

ich beginne wieder zu weinen.
nehm mein handy,
hebe die what`s app - blockierung auf und tippe:

I WILL MISS YOU, sagte sie mit hochgezogenen augenbrauen, wie jemand, der ein versehen zugeben muss

ich sehe augenblicklich zwei blaue häkchen,
blockiere wieder, diesmal für immer.
gehe weinend ins bett
und sehe in wirren träumen einer liebe beim sterben zu.

night

nach dem essen ohne höschen bin ich geil und klatschnass.
aber ich will nicht mit dir schlafen, brauche jetzt den anfang von entfernung, die ich langsam zwischen uns zu stellen beginne.
du spürst meine unnahbarkeit und machst auch keinen versuch.
ob aus einsehen oder erschöpfung weiß ich nicht.
wir sitzen gemeinsam auf der balkonbrüstung, während ich rauche.
wir lachen zusammen und mit einem mal hab ich dich sehr lieb.
was ich mir nur einen moment erlaube und dann weit wegschiebe, wo ich es nicht mehr spüren kann.
dann springen wir herunter, machen uns fertig und gehen dann zu bett.
du auf deine seite, ich auf meine seite.
wir reden noch lange, ehe wir in sicherer entfernung einschlafen.

mitten in der nacht werde ich wach, höre deinen ruhigen atem neben mir.
ich gehe hinaus, rauche eine zigarette und sehe in die schon verblassenden sterne.
unsere nacht ist fast vorüber.
ich wische die tränen weg und gehe hinein.
lege mich zu dir,
schiebe die decke weg und deinen bereits harten schwanz in meinen mund.
du bist sofort wach und genießt erschaudernd.
dann schlafen wir noch einmal miteinander, innig und süß.
der morgen graut, der abschied naht.

und ich lieg in deinen armen und denk, gegen jede vernunft:
ich will hier nicht weg.

by accident

zurück in der wohnung ist alles ganz anders.
ich bin nicht mehr die selbstbewusste, lebensfrohe frau, die sie stunden davor aufgeregt verließ.
ich bin ein häufchen elend.
geschlagen von der wahrheit.
die SO zu finden ich nicht erwartet hatte, als ich ging.

fast augenblicklich beginne ich endlich zu weinen.
ich weine und weine.

dann falle ich ermüdet ins bett und in einen unruhigen schlaf.
wenn ich kurz aufwache, stelle ich mir zersauste fragen:

WARUM bin ich die frau fürs bett und nie die fürs herz?
WARUM ist es besser, die nummer dreiunddreißig zu sein als ein flächenbrand?
WARUM verdient SIE deine liebe und ich nur ein letztes mal deinen schwanz?
WAS ist besser an ihr?
KANN man mich NICHT lieben?
WARUM ist nach dieser nacht für dich noch immer alles klar?
NEIN, noch klarer als vorher...

ich schlafe vierzehn stunden lang.
dann wache ich auf.
beginne zu schreiben.
weine weiter.

ich kenne die antworten.
nur das WARUM verstehe ich noch immer nicht ganz..

the woman for sex, the woman for heart

es ist der aufwühlendste, berührendste, fantastischste sex, den ich je hatte.
wir küssen und streicheln uns zärtlich, während wir uns leidenschaftlich lieben.
das ist neu.
und ich erkenne erst nach und nach, dass es das ist, wonach ich mich immer sehnte.
dass es das ist, was ich gesucht und nie gefunden habe.
wir schwitzen vor hitze, sind bachnass und erschöpft.
und doch fällt es keinem von uns ein, abzubrechen und auszuruhn.
dein schwanz fühlt sich sooooo gut in mir an und ich heiße ihn willkommen,
sobald ich ihn, erleichtert fast, wiedererkannt hab.

dann können wir wirklich nicht mehr.
liegen neben einander.
drehen gedankenspiele hin und her,
wie es sein könnte, dass es weitergeht.
dass es nicht das letzte mal ist, dass wir uns so lieben.
und während wir es drehen und wenden, erkenne ich schmerzhaft, dass es eine alternative nicht gibt.
dass mir nie etwas anderes als allerhöchstens die rolle der abundzunebenherfrau zugedacht war,
dass etwas anderes für dich nie in frage kommt.
ich erkenne, wie ernst es dir mit ihr ist.
was merkwürdig ist.
ich hätte nie gedacht, dass man eine frau, die man liebt, so leicht betrügt.
ich erkenne die wahrheit.
sage nein.
und dass es auch MIR gegenüber unfair wäre.
ein argument, das du nicht auf anhieb verstehst.
weil fairness offenbar das letzte ist, das eine nebenher-frau zu erwarten hat.



dreiunddreißig

in den pausen zwischen unseren rasereien erzählen wir uns geschichten.
geschichten aus den letzten sieben jahren ohne uns.
du erzählst, dass SIE eine liste geführt hat.
durchnumeriert mit allen männern, mit denen sie schlief.
du seist die nummer dreiunddreißig.
ich lasse mir meine befremdung nicht anmerken und erzähle,
dass ich bloß zwischen strohfeuern und buschfeuern unterscheide.
dass ich die strohfeuer meist vergesse.
dass DU ein flächenbrand warst und bist, erwähne ich nicht.

the meal

du kommst auf meinem gesicht - und ich bin stolz darauf.
es ist eine würde, die du mir lässt:
mir zeigen, wie unbeherrscht und scharf du auf mich bist.
diese würde lässt du mir auch, als ich im roten kleid und zurecht gemacht vor dich trete, um mit dir essen zu gehn.
du machst komplimente und ich fühle mich schön.
beim essen sieht man dir nicht an, was wir den ganzen nachmittag getrieben haben - du wirkst seriös und distinguiert.
mir schon - ich konnte meine haarbürste nirgends finden, bin zerwuschelt und leuchte von innen.
dann zelebrieren wir die erinnerung.
bestellen speisen und wein, genießen zusammen und im geheimen wundgefickt.
die bedienung ist freundlich und scheint auf uns gewartet zu haben.
wir sind die gäste des tages.
obwohl mit uns noch andere menschen da sind.
ich trage kein höschen.
auch das so etwas wie eine tradition.
ich liebe es, ein essen zu genießen.
und trotzdem rattenscharf auf dich zu sein.
nach deinem schwanz in mir.
der in meine pochende möse stößt.
es ist das letzte mal, dass wir zusammen anstoßen und speisen
es ist schön und traurig zugleich.
wir wissen es und tun so, als wüssten wir es nicht.

the bath

danach baden wir gemeinsam.
aber es ist - nicht so wie früher - kein erotisches, prickelndes bad.
hier ich,
dort du.
dazwischen meine geschichte.
der du aufmerksam und schaudernd lauscht.
ich bin ins erzählen vertieft.
so sehr, dass ich nicht merke, wie kalt das badewasser schon wird.
als ich meine kalte haut spüre, hilfst du mir heraus.
wickelst einen bademantel und später im bett deine arme um mich.
versuchst mich zu wärmen.
mich, die zitternd und zähneklappernd in deinen armen liegt.
als es mir wärmer wird, kommt das begehren endlich zurück.
ich rutsche hinunter zu deinem schwanz und nehme ihn sanft in den mund.
du lässt es geschehen.
genießt es.
schälst mich aus dem bademantel.

weil man deinen schwanz nur nackt und erregt anbeten kann.
und du das weißt.
genauso wie ich.
du verstehst und weißt, wie verrückt ich nach dir bin...

alone and too late

allein und benommen steige ich aus der u-bahn.
ich frage mich nicht, wo du jetzt bist.
für immer weg genügt als antwort.
auf dem weg zur rolltreppe spiele ich mit mir ein spiel:
auf jede bodenfliese darf ich nur einmal treten.
genau in die mitte und nicht auf ihren rand.
das erste quadrat, in das ich meinen fuß setze, sagt:
für die erkenntnis - zu spät!
das zweite: für die liebe - zu spät!
das dritte: fürs kennenlernen - zu spät!
das vierte: fürs liebemachen - zu spät!
das fünfte: fürs für-immer-in-seinen-armen-bleiben-wollen - zu spät!
das sechste: zu spät!
das siebente: zu spät!
das achte: zu spät!
das letzte: für alles, für alles - zu spät!
ich betrete die rolltreppe und drehe mich nicht mehr um.
in wahrheit hatte ich nie eine chance.
für alles WAR es zu früh und IST es zu spät.

hit me

dann, als wir ermattet neben einander liegen - unser liebesspiel muss stunden gedauert haben und war soooooooo intensiv - sprichst du von ihr.
und zeigst mir, auf meine geschockte aufforderung, ihr foto.
ich komme nicht langsam zu mir, sondern bin von einer sekunde zur anderen hellwach.
mein herz krümmt sich vor schmerzen.
und doch bin ich dankbar dafür, dass du sie mir nicht sanft in erinnerung gerufen hast.

sondern wie einen keulenschlag.

making love versus having sex

was ich erwartete, waren spiele.
diese erotischen, prickelnden machtspiele, die wir vor jahren miteinander spielten, hinter denen wir unsere unfähigkeit zu lieben, versteckten und die doch ihren wahren kern hatten, der uns verband und zugleich zwischen uns stand.
ich führte, du folgtest.
bis ich dir gestattete, selbst stark zu sein.
du warst ein gelehriger schüler in etwas, das für mich selbst neuland war.
wir spielten ein spiel, das uns erlaubte, schwach zu sein, und das uns doch stärker machte, das uns eine kraft zurückgab, die die liebe uns genommen hatte.
das war unser geschenk an einander.
auch liebe.
auch wenn ich das zunächst nicht so sah.

diese spiele erwartete ich wieder.
du warst bemüht, diese erwartung zu erfüllen.
doch dann brachst du ein.
warst mir plötzlich ganz nah.
ich weiß noch, dass ich mich fragte, woher du plötzlich die kraft und den mut dazu hattest.
während ich auf dir saß.
während du dich langsam und leidenschaftlich in mich bohrtest.
mich zärtlich küssend.
mich wild liebend.
LIEBEND.
so überraschend wie so GANZ und so GAR.

du führtest, ich folgte.
in etwas, das für mich mit dir neuland war.
während wir miteinander verschmolzen, hast du mich keuchend gefragt:
das ist es doch, was dir solche angst macht, oder?
und meine augen sagten zögernd ja.


looking back

das, was man UNSERE liebe nennen könnte, wenn wir damals fähig gewesen wären, zu lieben, ist sieben jahre alt und älter.
bei unserer ersten begegnung waren wir nichts als zwei gebrochene menschen.
du wurdest mein trost.
dann meine lust.
eine lust, die gewaltig und unermesslich war.
dann ganz leise meine liebe.
und schließlich mein hass.
dann verachtung.
dann ein wunder punkt, der von zeit zu zeit verzehrend in mir bohrte und den ich so gut wie möglich ignorierte, um weiterleben zu können.
dass wir uns nun doch trafen, ist der lust zu verdanken, die ein anderer mann in mir schürte.
so ehrlich will ich doch sein.
nur eine nacht.
die letzte.
für immer.
geschuldet der lust.
und niemandem sonst.
zwei erwachsene menschen.
in einer nacht, die nie geschehen sein darf.
nichts deutete darauf hin, mit welch gewaltigem schmerz alles enden würde.


forever and never

das FÜR IMMER ist trotzdem zwischen uns in dieser nacht.
genauso wie das NIE, das aber nur ein verkleidetes FÜR IMMER ist.
es steht zwischen uns, als ich mich stöhnend vor lust immer wieder auf deinen harten schwanz sinken lasse.
du sollst dich FÜR IMMER an diesen schwanz erinnern, flüsterst du, heiser vor geilheit.
du sollst ihn NIE, NIE vergessen, flüsterst du, heiser vor geilheit.
NIE soll dich ein schwanz so befriedigen wie er, flüsterst du, heiser vor geilheit.
du sollst FÜR IMMER an mich denken, flüsterst du, heiser vor geilheit.

später, als unsere geilheit explodiert ist und in winzigen stücken bei uns im bett liegt und sich ausruht, frage ich dich danach.
du lachst und winkst ab.
MÄNNLICHE ALLMACHTSFANTASIEN, sagst du.

und es ist das einzige, das ich dir sofort und widerspruchslos glaube.

writing

dass ich nicht mehr schreibe, hedauerst du zutiefst.
nun sitze ich hier und schreibe und finde es absurd, dass ausgerechnet DU der anlass für dieses endlich-wieder-schreiben bist.
das schreiben tut gut.
es heilt meine seele.
innehalten und sehen, wie viele grausamkeiten du mir in einer einzigen nacht angetan hast.
wie viele lügen ich dir zu meinem schutz erzählt habe.
wie viel liebe und schmerz in uns war und wie viel lust und begehren.

truth

dann sprichst du mit mir ein ernstes wort.
ich weiß nicht mehr, ob es noch abends oder schon morgens war.
du sagst, dass wir uns nie wieder sehen dürfen.
dass wir unsere telefonnummern löschen und vernünftig sein müssen.
ich setze diese grausamkeit gegen mich konsequent fort.
verlange, dass wir nicht nur löschen sondern auch blockieren.
damit es keine möglichkeit zur kontaktaufnahme mehr gibt.
damit du dein fürimmerleben mit ihr ungestört von mir fortsetzen kannst.
es ist MEIN wunsch.
und dieser wunsch ist mir tiefster schmerz und rettung zugleich.

shame on me

morgens verlassen wir das hotelzimmer für immer.
genauso wie wir einander für immer verlassen.
zuvor habe ich dich allein zum frühstück geschickt -
ich brauche das kurze alleinsein, um meiner selbstbeherrschung gut zuzureden.
bei einer zigarette gestatte ich mir ein paar tränen.
dann dusche ich, entledige mich meiner nacktheit und unserer lust.
mit jedem kleidungsstück ziehe ich die selbstbeherrschung an, die ich brauchen werde, um das alles gut zu überstehen.
wir verlassen das hotelzimmer für immer.
genauso wie wir einander für immer verlassen.
ich gehe sehr aufrecht.
nicht hastig.
morgen schon werde ich deine scham sein,
verbannt an den ort, den gedanken nie streifen,
verbannt an den ort, wo die schuldgefühle sitzen und kreischend lachen.
dahin will ich zumindest in würde gehen.

a.

dass a.  mir in dieser nacht aus einem einsamen haus sein ganzes begehren schreibt, ist der einzige schutz, den ich habe vor der selbstverständlichkeit, mit der du von IHR erzählst, als würde es UNS BEIDE in diesem moment nicht geben.
das zarte in mir, das, während wir miteinander schliefen, wie eine grausame stechende blume wiederaufgeblüht ist, dort, wo einmal mein herz war, versuche ich damit zu schützen, dass ich dir diese nachrichten vorlese.
du lächelst frivol und schlägst mir vor, ihm zu sagen, dass ich gerade mit dir im bett bin.
nur eine kleine unsicherheit in deinen augen verrät mir, dass dieser vorschlag nicht ganz uneigennützig ist.
als ich zuhause bin, tu ich es trotzdem.
nicht weil du es mir vorgeschlagen hast - kein mensch ist für mich spielfigur in einem frivolen spiel.
sondern weil ich nicht sein will wie du.
a. reagiert verletzt und mit verhaltenem zorn.
dann sagt er mir, dass er mich übermorgen ficken wird.
dass er mir die seele aus dem leib ficken wird.
wortlos lege ich auf und blockiere ihn.
was er mich lehren will, hast du mir schon beigebracht.

sex

während ich deinen schwanz hingebungsvoll blase, nehme ich von draußen eine bewegung wahr.
ich sehe mit einem schnellen seitenblick eine frau, die uns aus dem fenster gelehnt und stumm durch die geöffnete balkontür beobachtet.
dein schwanz stößt sich tief in meine kehle, fordert aufmerksamkeit und der genuss überkommt mich wie eine welle.
ich vergesse die frau.
sauge weiter selbstvergessen deinen prächtigen schwanz.
er gehört mir nur noch wenige stunden.
diese frau ist mir keinen gedanken mehr wert.
die begrenzte zeit hat mich schamlos gemacht.

sinnlich

ich sitze in einem weißen kaftankleid auf der terrasse, bin darunter ganz nackt.
aus vom weinen verquollenen augen betrachte ich meine großen, schlanken füße mit den langen, braungebrannten zehen. die zehennägel habe ich mit rotem lack angemalt.
sie sind schön.
ich spüre irgendwo in mir meine ungeheure sexuelle kraft.
diese kraft, die ich eines tages wieder nutzen werde.
eines tages, wenn ich mich nicht mehr so vernichtet fühle.
wenn ich nicht mehr die stöße deines schwanzes in mir fühle.
wenn meine brüste nicht mehr brennen von deinen berührungen.
ich weiß jetzt, dass diese kraft nicht ausreicht, um mich zu lieben.
dass sie aber immer noch groß genug ist, um männer wie dich zu quälen in ihren lebenslügen und in ihrem unerfüllten begehren...
meine sinnlichkeit ist eine der würden, die ich uneingeschränkt besitze.

scraps of paper

die hotelrechnung behalte ICH.
damit sie für dich keine spur ist, die unsere nacht verrät.
nachdem ich dich hinter mir gelassen habe, halte ich plötzlich hunderte kleine papierschnipsel in der hand.
es ist die hotelrechnung, die ich, nur im herzen weinend, zerrissen habe, ohne es zu merken.
an der u-bahn suche ich nach einem mülleimer, um sie loszuwerden.
und finde keinen.
werde panisch, bis ich bemerke, dass ich direkt vor einem stehe.
werfe sie in einem schneesturm aus papier und verlorenen träumen weg.
damit sie mir nicht die hände verbrennen.

wishes

was du mehrmals erwähnst:
dass du auch mir einen mann wünscht, der mich glücklich macht, der mich als die faszinierende frau, die ich bin, zu schätzen weiß.
du erwähnst es mehrmals aus der selbstgerechtigkeit dessen heraus, der beides längst in einer frau gefunden hat, und ich hasse dich dafür.
diese frau betrügst du soeben.
mit MIR.
mit mir, die dir geben kann, was sie dir nicht gibt.
was unwichtig ist für die selbstgerechtigkeit, hinter der du dich verschanzt.

und so ist es kein wunder, dass auch ich mich verschanze.
dass ich dir zum abschied ironisch ein schönes leben wünsche, ohne mich umzudrehen.
eine ironie, die du nicht erkennst.
nicht erkennen willst.
weil sie so manches deiner verstecke zum einstürzen bringen würde.

die nacht

ich war nicht darauf gefasst, dass es SO sein würde.
so zärtlich, so innig, so nah.
man kann noch so viele vereinbarungen treffen, am ende bleibt nur das gefühl.
wir haben uns stundenlang GELIEBT.
danach erwähnst du SIE wie nebenbei.
aber so, dass ich weiß, dass es ganz und gar nicht nebenbei ist.
sondern sehr sehr hauptsächlich.
ICH bin das nebenbei.
ICH bin der zeitverteib bis ans ende eurer tage.
auch wenn nie wieder etwas zwischen uns geschehen wird.
so ist die vereinbarung, an die mein gefühl sich nicht hält.
ich bin stark genug, es durch meine vernunft in zaum zu halten.
das war ich schon immer.
doch in den momenten der ekstase bricht es heraus, bricht sich an die oberfläche.
in geflüsterten worten, die "FÜR IMMER" heißen...