nun ist ein halbes jahr vorüber, und ich habe in diesem halben jahr kaum an dich gedacht.
nur heute bricht plötzlich der schmerz auf und ich weiß nicht warum.
ich denke an deine verflechtungen und es ekelt mich davor.
ich sehe noch einmal ihr gesicht vor mir, das du mir auf dem handy gezeigt hast, und auch davor ekelt mich. dieses gesicht, das du mir vorgezogen hast und das in meiner erinnerung nur eine hässliche fratze ist, aber das muss vermutlich so sein.
ich ekle mich vor dir, deinen festen lebensgewohnheiten, an denen du dich festhalten musst und die nächte, die alles verändern können, nicht vorsehen.
ich ekle mich vor der erinnerung, mit dir liebe zu machen.
und vor der leichtigkeit, mit der du mich schließlich zerstört hast.
und auch davor, dass ich es zugelassen habe.
ich wäre stolzer auf mich, wenn ich in deinen armen nicht so viel gefühlt hätte.
ich wäre stolzer auf mich, wenn ich nicht zu kompromissen, die der lust geschuldet waren, bereit gewesen wäre. aber auch dazu warst du zu feige.
es wäre mir lieber, wenn nicht du es gewesen wärst, der mir die wahrheit so schonungslos gezeigt hat.
die wahrheit ist, dass ich damals noch fähig war, zu lieben. sonst hättest du mich nicht so verletzen können.
die wahrheit ist, dass ich es jetzt nicht mehr bin, dass ich nichts mehr fühle und du das gemacht hast.
die wahrheit ist, dass ich damals zum letzten mal etwas gefühlt habe und dass ich nie wieder einem mann erlauben werde, mich zu berühren.
die wahrheit ist, dass ich es besser habe, wenn ich alleine bleibe.
ja, viel besser.
wenn man bedenkt, dass das die alternative wäre, was menschen wie du unter liebe verstehen.
es ist vorbei.
ich bin endlich in sicherheit vor den verwüstungen, die die liebe hinterlässt.